kunst und kirche 3/ 2021 Das Christusbild

Das organisatorische Niveau der christlichen Kirchen im 21. Jahrhundert ist beeindruckend. Dennoch ist es offensichtlich, dass die kirchliche Verwaltungs- und Finanzreform den Relevanz- und Machtverlust des Christentums in einer von digitaler Technik und globaler Wirtschaft geprägten Pluralitätsgesellschaft kaum aufzuhalten vermag. Wie sieht es demgegenüber mit dem Niveau der spirituellen Innovationen der Kirchen aus? Müsste nicht auch das identitätsstiftende Zentrum in das Blickfeld kirchlicher Reformen rücken, das die Veränderungen der religiöse Lebendigkeit in ihrem Kern zu fassen vermag – in einem verwandelten Bild von Christus? Die Kunst war seit jeher ein besonders vitaler Spiegel der Christusbilder im Wandel der Zeiten und könnte, so die Grundidee dieses Heftes von kunst und kirche, auch für die Gegenwart einen ebenso kritischen wie innovativen Blick auf das Christentum und seine Zukunft werfen.

Redaktion: Claudia Breinl, Thomas Erne, Peter Schüz